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Wie funktioniert ein Hubwagen

Der Hubwagen, genial einfach, einfach genial

So funktioniert ein Hubwagen - hubwagenberater.de

Ein Gabelhubwagen (© Hanselifter)

Als der schwedische Ingenieur Ivan Lundquist im Jahr 1946 nach einer Geschäfts-Visite in den USA in sein Heimatland zurückkehrte, war eine seiner Überlegungen, wie die in den Vereinigten Staaten schon lange eingesetzten Gabelstapler im Nachkriegs-Europa genutzt werden konnten. Dabei galt es zu berücksichtigen, dass zwei Dinge weit weniger vorhanden waren als in den USA: zum einen der in den Unternehmen vorhandene Raum und zum anderen Geld für Investitionen. Das Ergebnis war der von Lundquist im Jahr 1947 entwickelte, handgeführte Gabelhubwagen, der ein Jahr später in die Serienproduktion ging und für sein Unternehmen zum Erfolgsmodell wurde. Allein BT, das schwedische Unternehmen von Lundquist und dessen Nachfolger, BT Toyota, setzten bisher über 2 Millionen Stück ihrer Hubwagen ab.

Die Idee hinter dem Hubwagen

Die im damaligen Nordamerika eingesetzten Gabelstapler funktionierten entweder in einer Kombination aus Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb für das Hubgerüst oder rein elektrisch über einen Kettenzug. Ein Hydrauliksystem war noch nicht vorgesehen. Lundquist erkannte jedoch die Vorteile der Hydraulik bezüglich der Kraftumsetzung gerade bei dem Betrieb eines Hubwagens nur mit Muskelkraft und setzte dieses System in seinem Flurförderzeug um. Dabei war aber nicht allein der Hydraulikstempel eine wegweisende Komponente, sondern mindestens ebenso das Kraft übertragende Gestänge zu den Rollen unter den Gabelspitzen des Hubwagens. Dadurch entstand erstmalig ein Hubgerät, das seine Last innerhalb der eigenen Kontur anhob. Das bedeutete, dass kein Gegengewicht benötigt wurde, um die Last im horizontalen Gleichgewicht zu halten. Nur so konnte ein effizientes, allein von einem Menschen gezogenes oder geschobenes Flurförderzeug funktionieren, mit dem zudem enorme Lasten anzuheben sind.

Die Weiterentwicklung des Hubwagens

Die Idee des Flurförderzeuges, das ohne Gegengewicht funktioniert, war so genial, das sich der Gabelhubwagen im Prinzip von der damaligen Erfindung bis heute technisch gesehen nur wenig veränderte. Der Hubwagen stellt jedoch die Basis für eine ganze Reihe weiterer Entwicklungen dar und verbesserte gleichzeitig sein einstiges Vorbild, denn es dauerte nicht lange, dass auch im Gabelstapler Hydraulikstempel zur Anwendung kamen. Darüber hinaus stellt der Hubwagen quasi die Blaupause für weitere Flurförderzeuge dar wie beispielsweise:

Alle diese Nachfolger des Gabelhubwagens besitzen die Gemeinsamkeit, das ihre Last innerhalb der Kontur des Flurförderzeuges mittels einer Hydraulik angehoben und das kein Gegengewicht benötigt wird. Entsprechend zeichnet diese Flurförderzeuge ein relativ geringes Gewicht, leichte Bedienbarkeit, eine hohe Tragfähigkeit und hohe Wendigkeit bei geringem Platzbedarf aus. Ideal für Betriebsräume in Handel, Industrie und Handwerk.

Bedarfsgerechte Optimierung

Weiterentwicklungen wie der Scherenhubwagen entspringen den unterschiedlichen Bedürfnissen in Handel und Produktion, verschiedene Arbeitsprozesse über beziehungsweise durch die Logistik zu vereinfachen. Mit dem Scherenhubwagen wurde hierbei die Idee umgesetzt, den Hubwagen gleichzeitig zum Arbeitstisch zu machen, der es dem Mitarbeiter erlaubt, die aufgenommene Last in Tischhöhe zu bearbeiten, ohne hierfür ein umpacken vom Ladehilfsmittel, etwa der Palette oder der Gitterbox, auf einen gesonderten Arbeitstisch vornehmen zu müssen. Innerhalb der heute üblichen Prozesskette ein großer Zeitvorteil.

Mit dem Hochhubwagen wird vor allem dem Bedürfnis Rechnung getragen, das in einigen Lagerbereichen eine relativ geringe Umschlagshäufigkeit mit einem entsprechend kleinen Lager verbunden ist, das erhöhte Investitionen etwa in elektrisch betriebene Flurförderzeuge nicht rechtfertigt. Zudem lässt sich auch der Hochhubwagen als zeitweiliger Arbeitstisch nutzen.

Der Wiegehubwagen stellt die aktuell neueste Technologie im Bereich der Hubwagen dar, vor allem aufgrund der Entwicklung elektronisch funktionierender Wägezellen, die in einem Wiegehubwagen zum Einsatz kommen. Die zusätzliche Funktion des Wiegens einer aufgenommene Last bedeutet in der innerbetrieblichen Logistik eine enorme Verkürzung einer Vielzahl von Vorgängen, wobei beispielsweise schon die Erfassung der Gewichte im Wareneingang und deren sofortige Übermittlung, etwa durch ein W-Lan-Modul im Wiegehubwagen, eine ganze Anzahl weiterer Arbeitsprozesse beschleunigt.

Der Gabelhubwagen und seine technischen Weiterentwicklungen sind fraglos wichtige, wenn nicht die wichtigsten Komponenten einer innerbetrieblichen Logistik in der Mehrzahl vieler Unternehmen.



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