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Waage für Hubwagen nachrüsten

Das ein Wiegehubwagen eine sehr praktische und sinnvolle Einrichtung ist, darüber lässt sich kaum streiten. Das erkennen immer Unternehmen und setzen diese Flurförderzeuge vermehrt in der innerbetrieblichen Logistik ein. In der Regel werden Wiegehubwagen als fertige Geräte erworben, die dann im technischen Aufbau wie herkömmliche Hubwagen zu bedienen sind, jedoch über die Zusatzfunktion der Waage verfügen, die natürlich eine gesonderte Einweisung benötigt, um den Funktionsumfang kennenzulernen.

Ratgeber Artikel - Waage für Hubwagen nachrüsten lassen - Hubwagenberater.deEin Hubwagen, und damit auch dessen bauähnlichen Varianten wie Scherenhubwagen oder Hochhubwagen, lässt sich mit einer Waage nachrüsten.

Was wird für die Nachrüstung benötigt?

Dank der Entwicklung der elektronisch arbeitenden Wägezellen, die eine sehr kompakte Bauform besitzen, ist es möglich, die Gabel eines Hubwagens so damit auszustatten, dass über eine Anzeige das Gewicht der aufgenommenen Last festgestellt wird. Je nach Ausstattung lassen sich daraus weitere Funktionen ableiten wie das Tara, Kumulation oder sogar eine Zählfunktion. Dazu kommen eventuell Schnittstellen zu PC oder Drucker und selbst die Verwendung eines W-Lan oder Bluetooth-Modul zur Datenversendung ist möglich.

Für die Feststellung des eigentlichen Gewichts sind aber zuerst einmal die Wägezellen von Bedeutung. Die Wägezellen werden unter der Gabel des Hubwagens in genau definierten Abständen montiert und über Datenkabel an eine Kabelbox angeschlossen, die wiederum die Verbindung zur Anzeige herstellt. Um einen Hubwagen mit einer Waage nachzurüsten, werden folgende Komponenten benötigt:

  • 4 Wägezellen
  • 4 Lastfüße oder Lasteinleitungen
  • 1 Kabelbox
  • Datenkabel
  • Anzeige

Diese Zusammenstellung bezieht sich auf einen herkömmlichen Hubwagen mit einer Gabellänge von etwa 115 cm, entsprechend einer Europalette oder Gitterbox mit 120 cm Länge.

Einzelkomponenten oder Bausatz?

Die einzelnen Teile einer Waage für den Hubwagen lassen sich separat einkaufen, das erfordert einerseits jedoch sehr umfangreiche Kenntnisse in der Abstimmung der Komponenten untereinander und andrerseits eine nachträgliche Kalibrierung der vier Wägezellen zueinander. Der fertige Bausatz zeigt sich schon dadurch als die bessere Wahl, indem hier die Wägezellen bereits vorkalibriert sind und die Abstimmung mit der Anzeige mittels einer entsprechenden Auswahl vorgegeben ist.

Wie einfach ist die Nachrüstung?

Der Umbau eines normalen Gabelhubwagen genauso wie der eines Scherenhubwagens oder eines Hochhubwagens zu einer mobilen Wiege-Einrichtung erfordert gute Kenntnisse im Bereich der Mechatronik. Es sind sowohl mechanische Arbeiten wie Bohren, Gewindeschneiden und fachgerechte Verschraubung notwendig wie auch Fachwissen zur Elektronik und Elektrotechnik.

Je nachdem, welche Anforderungen gestellt werden, erweitert sich dieser Bereich. Die meisten in der Fabrik hergestellten Wiegehubwagen entsprechen der IP65 und sind somit spritzwassergeschützt. Um diesen Standard in der Nachrüstung zu erreichen, ist eine zumindest teilweise Abkapselung einiger der Komponenten notwendig.

Einen Hubwagen mit einer eichfähigen Waage nachzurüsten, stellt sich ohne entsprechende Zertifizierung durch das jeweilige Eichamt als praktisch nicht durchführbar dar.

Ist das Nachrüsten teuer?

Das kommt tatsächlich auf die Fähigkeiten an, die der jeweilige Mechaniker besitzt und den Umfang der Werkzeuge, die ihm zur Verfügung stehen. Allerdings kostet schon ein einfacher Bausatz mit einer schlichten Anzeige, die einen geringen Funktionsumfang aufweist, rund 600 Euro. Die Arbeitsstunden für das Umrüsten sind hierbei noch nicht mit eingerechnet. Die Einzelkomponenten können preiswerter als einzelne Teile eingekauft werden, was aber eine sehr sorgfältige Abstimmung notwendig macht, was wiederum eine erhöhte Anzahl an Arbeitsstunden bedeutet.

Waage für Hubwagen nachrüsten, lohnt sich das?

Angesichts der inzwischen riesigen Angebotspalette fertiger Wiegehubwagen für wirklich jeden Bedarf macht eine Nachrüstung nur wenig Sinn, zumal die Tendenz in der Preisentwicklung aufgrund erhöhtem Angebots und ebenso hoher Nachfrage nach unten geht. Dabei spielen ebenso Faktoren wie Eichfähigkeit oder erweiterte Anzeigefunktionen eine große Rolle, die eine Nachrüstung zusätzlich verteuern oder sogar unmöglich machen würden. Ebenso können Garantie- oder Gewährleistungsansprüche bei einer selbst durchgeführten Nachrüstung nicht in Anspruch genommen werden.

Fazit: Die Nachrüstung durch eine Fachfirma durchführen zu lassen, übersteigt in der Regel das Verhältnis der Nachrüstungskosten zu einer Neuinvestition.



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