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Portalhubwagen

Wer sich einmal auf die großen Containerumschlagsplätze etwa in Bremerhaven, Duisburg oder Hamburg begibt, wird sich zumindest teilweise wie in einem Science-Fiction Film vorkommen. Selbstständig fahrende Flurförderzeuge, die mittels GPS oder im Boden befindlichen Kontaktschleifen Container stapeln, aufnehmen und zur Beladung auf Schiffen, Lkw oder Eisenbahnen bereitstellen. Auf den riesigen Blocklager-Flächen bewegen sich nur Maschinen. Eines der wichtigsten Flurförderzeuge in diesem Bereich ist der Portalhubwagen, der sowohl selbstfahrend wie mit einer Fahrerkabine ausgestattet zum Einsatz kommt.

Was ist ein Portalhubwagen?

Abgeleitet ist der Portalhubwagen vom Portalkran, einer in der Regel festen Einrichtung zum Anheben von Lasten, dessen Bewegungsspielraum einerseits linear auf einer begrenzten Strecke (Schiene) verläuft und andrerseits sich je nach Breite des Krans quer zur Fahrtrichtung (Laufkatzen)horizontal, wie vertikal bewegen kann. Damit erschließt sich dem Portalkran innerhalb seines Fahrbereichs ein dreidimensionaler Raum, in dem Güter oder Lasten angehoben und bewegt werden können.

Fokus Containerumschlag

Die Entwicklung des Portalhubwagens, der im Gegensatz zum Portalkran frei verfahrbar ist, kann zusammen mit der Entwicklung des Containerumschlags im 20. Jahrhundert betrachtet werden. Durch die unglaublich schnelle Verbreitung von Containern als Sammeltransportbehälter wurde es erforderlich, ein Flurförderzeug zu erhalten, das zum einen selbst höchste Lasten von 80, 100 und selbst 200 Tonnen heben kann und zum anderen gleichzeitig im jeweiligen Lagerbereich wenig Platz zum Manövrieren benötigt.

Der Portalhubwagen ist hierbei eine Lösung, die bezüglich der Umsetzung der Hebekraft am wirtschaftlichsten arbeitet. Durch das ausschließliche Anheben der Last von oben können entsprechende Übersetzungen (Flaschenzug) verwendet werden, die eine relativ geringe Motorisierung bei höchster Kraftentfaltung erlauben. Zudem hebt der Portalhubwagen die Last innerhalb seiner Kontur an, es besteht dementsprechend keine Notwendigkeit von zusätzlichen Gegengewichten, die nicht nur Energie benötigen, sondern auch Platz.

In der Regel sind große Portalhubwagen so aufgebaut, dass zwei Container übereinandergestapelt werden können. Dies erlaubt gleichzeitig die direkte Beladung von Containern auf Sattelzüge von Lkws. Dies wie auch die Bereitstellung und Abfuhr von gelöschten Containern durch einen STS Kran sind die hauptsächlichen Aufgaben der Portalhubwägen in Containerhäfen und Container-Umschlagsplätzen.

Weitere Einsatzbereiche

Der Portalhubwagen, im englischen auch als straddle carrier oder gantry lift bezeichnet, findet aber auch in anderen Bereichen seine Anwendung. Speziell dort, wo es darum geht, hohe Gewichte frei zu verfahren. Ein wichtiger Anwendungsbereich ist hierbei die Stahlfertigung, der Stahlhandel und der Maschinenbau. So werden etwa für den Umschlag schwerer Coils, großen Rollen mit aufgewickeltem Stahlblech oder auch Stahldraht beziehungsweise Kabeln, entsprechende Flurförderzeuge benötigt. Im Maschinenbau sind es teilgefertigte Anlagen oder Bauteile, die von der Fertigung auf Lkw oder Eisenbahnen mithilfe von Portalhubwagen verladen werden.

Portalhubwagen sind wirtschaftliche Flurförderzeuge, wenn es um sehr hohe Gewichte geht. Die Fahrzeuge werden von den verschiedenen Herstellern wie Combilift, Scheuerle, Eden Technology oder Terex in unterschiedlichen Ausführungen produziert.



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