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BGV d27

BGV d27, denn Unfallverhütung hilft allen

Ein Hubwagen mit dem Titel BGV d27Die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften sind in den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften, BGV, zusammengefasst. Die BGV beinhalten unter anderem den Gesundheitsschutz, die Arbeitsplatzgestaltung und die Tätigkeiten von Betriebsärzten oder Sicherheitsbeauftragten. Seit dem Jahr 2014 sind die Inhalte der BGV in der DGUV zusammengeführt, der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung, und sind für alle Mitglieder der Berufsgenossenschaften, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, verbindlich.

In der BGV D27 sind die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften im Umgang mit Flurförderzeugen vermerkt.

Insgesamt umfasst diese Vorschrift 41 Paragrafen, die sich sowohl auf den Umgang mit Flurförderzeugen beziehen wie auch auf das Arbeitsumfeld und die Kontrolle beziehungsweise periodisch durchzuführende Prüfungen.

D27 und Hubwagen

Für Handgeführte Hubwagen mit einer Hubeinrichtung sind folgende Paragrafen aus der D27 relevant:

  • § 2 Begriffbestimmungen
  • § 3 Beschaffenheit
  • § 5 Betriebsanweisung
  • § 6 Bestimmungsgemäße Verwendung
  • § 7 Auftrag zum steuern von Flurförderzeugen
  • § 8 Standsicherheit
  • § 9 Mängel
  • § 10 Instandsetzungsarbeiten
  • § 11 Beladung
  • § 13 Aufnehmen, Absetzen und Stapeln von Lasten
  • § 14 Flurförderzeuge in Aufzügen
  • § 15 Verlassen des Flurförderzeuges
  • § 16 Verhalten während des Betriebes
  • § 20 Einsatz in feuer- und Explosionsgefährdeten Bereichen
  • § 37 Wiederkehrende Prüfungen
  • § 38 Prüfumfang
  • § 39 Prüfnachweis
  • § 40 Ordnungswidrigkeiten
Hier können Sie die entsprechenden Paragraphen des BGV d27 in voller Länge nachlesen.

Der Einsatz eines Flurförderzeuges in einem Unternehmen verlangt eine entsprechende Umsicht, dies gilt natürlich auch für Geräte, die durch Muskelkraft bewegt werden, wobei innerhalb der Begriffbestimmungen, § 2, Flurförderzeuge ohne Hubeinrichtung von den Vorschriften der D27 ausgenommen sind. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass beispielsweise mit fahrbaren Regalen, Schubkarren oder Sackkarren nun nach Belieben verfahren werden kann.

Grundsätzlich setzen die Berufsgenossenschaften als Träger der Unfallversicherungen einen verantwortungsvollen und sinngemäßen Umgang mit Fahrzeugen jeder Art im betrieblichen Umfeld voraus.

Hierzu stehen sowohl Arbeitgeber und Führungskräfte wie auch der einzelne Arbeitnehmer in der Verantwortung. Genauso muss aber auch der Hersteller von Flurförderzeugen gemäß der Maschinenrichtlinie in den Betriebsanweisungen zu seinen Produkten den bestimmungsgemäßen Gebrauch festlegen.

Zusätzlich dazu wird vom Arbeitgeber auf dieser Basis erwartet, dass zur Nutzung des Flurförderzeuges eine entsprechende Betriebsanweisung erstellt wird, die für die Mitarbeiter jederzeit einsehbar ist, siehe § 5.

Unfallverhütungsvorschriften, ein trockenes Thema?

Sicherlich lesen sich die einzelnen Paragrafen einer Unfallverhütungsvorschrift nicht gerade wie ein fesselnder Abenteuerroman. Um jedoch einen Inhalt sachgemäß darzulegen, sind nun einmal entsprechende Formulierungen notwendig, die sich ausschließlich auf die Fakten beziehen, um keine Unklarheiten zurückzulassen. Hier wären prosaische Formulierungen durch deren Interpretationsmöglichkeiten fehl am Platze.

Gerade im Umgang mit handgeführten Flurförderzeugen besteht ein dringender Bedarf, die D27 genau zu vermitteln und dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Gefahren bewusst zu machen, die bei der Arbeit entstehen können. Es handelt sich um Geräte wie:

Mit diesen verschiedenen Modellen eines Hubwagens können je nach Ausführung bis zu 3,5 t bewegt werden, wobei mit Ausnahme des Hubs nur Muskelkraft zum Einsatz kommt. Das Gewicht von 3,5 t entspricht einem herkömmlichen Transporter und schon 2 t stellen eine Mittelklasse-Limousine dar. Es sind folglich keine Leichtgewichte, die mit Hubwagen bewegt, angehoben und abgesetzt werden.

Die Vorschriften der Berufsgenossenschaften zielen darauf ab, die möglichen Gefahren auf ein Minimum zu reduzieren. Sie vollständig auszuschließen ist schlicht nicht möglich, denn dann müssten praktisch alle betrieblichen Vorgänge so umgestaltet werden, dass ein Unternehmen nicht mehr betriebswirtschaftlich arbeiten könnte.

Was ist wichtig im Umgang mit Hubwagen?

Für den Einsatz von Hubwagen ist eine entsprechende Unterweisung vor allem bezüglich der Gefahren durch unsachgemäßen Umgang von größter Bedeutung. Hierzu gehört beispielsweise die Umfunktionierung des Hubwagens zum Personentransporter, ein „Spiel“ das in vielen Unternehmen gespielt wird und dessen Folgen in den jährlichen Unfallstatistiken der Berufsgenossenschaften nachzulesen sind.

Der Hubwagen ist ein Arbeitsgerät, das sich durch seine Vielseitigkeit über Jahrzehnte bewährt hat und auch weiter bewähren wird. Mit der BGV D27 der Berufsgenossenschaften bleibt dies auch so.

Hier finden Sie weitere wichtige Vorschriften für den sicheren Umgang mit Flurfördergeräten.



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